Streichliste wird “Stadt verändern”
200 Schließungen, Streichungen, Kürzungen und Schritte zur Neuorganisation enthält der “Fünf-Jahres-Plan zum Schuldenabbau”, den Oberbürgermeisterin Beate Wilding (SPD) am Freitag vorstellte. Wenn er beschlossen wird, wird er laut OB “unsere Stadt dauerhaft verändern”.
Noch handelt es sich um Vorschläge. Am 8. Juli aber soll der Rat über die Liste beschließen.Die Grundschulen Goldenberg und Struck stehen darauf; beide sollen geschlossen werden.
Das Gertrud-Bäumer- und das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium sollen an einem Standort zentralisiert, das Freibad Eschbachtal geschlossen werden, die Galerie, das Werkzeugmuseum, die Musik- und Kunstschule und das Bürgerbüro Lüttringhausen. Das Röntgen-Stadion soll verkauft werden.
Nach einer Ausnahmeregelung sollen die Bezirksvertretungen gestrichen werden. Ebenso der Behinderten- und Seniorenbeirat. Hoffnung gibt es für Symphoniker und Teo Otto Theater. Privatisiert sollen sie überleben.
Von Axel Richter, Foto: Michael Sieber


Mit großer Bestürzung haben wir den 5-Jahresplan zum Schuldenabbau der Oberbürgermeisterin gelesen und uns trifft ein Punkt auf der Liste besonders schmerzlich:
Auflösung der GGS Struck zugunsten der GGS Dörpfeld und Verwertung von Gebäude bzw.
Grundstück; Auswirkungen Finanzplan (investiv) in 2012: 455.000 EUR.
Das wollen wir nicht hinnehmen. Die jüngsten Entwicklungen rund um die Schule haben nie den Eindruck erweckt, als sollten Schließungspläne mittelfristig umgesetzt werden.
Ganz im Gegenteil:
• die Renovierung und der Ausbau der Hausmeisterwohnung zur OGGS
• die damit verbundenen Maßnahmen zum Brandschutz (Feuertreppe)
• der Bau des Kreisverkehrs, zur Bewältigung des „Bring- und Holverkehrs“
• der Ausbau von Parkplätzen
• die Schulwegsicherung durch deutliche Markierung in der Spielstrasse
• die Bebauung und Ansiedlung junger Familien im Bereich Wiesenhang
• die öffentlich geführte Auseinadersetzung über Lärmschutz bei den Anwohnern
sind Maßnahmen, die den Fortbestand der Schule deutlich unterstreichen und zukunftsorientiert sind.
Für uns ist nicht nachvollziehbar, warum ein Standort zur Diskussion gestellt wird, in den soviel Geld investiert wurde. Auch sind die erwarteten Erlöse, durch die Verwertung des Grundstücks nicht nachvollziehbar. Eine Schließung 2012 wäre reinste Geldverschwendung!
Für den Südbezirk bietet die Schule Wohnanreize für junge Familien, die zu einer positiven Stadtteilentwicklung beitragen
Die Schule bietet ein sehr gutes Konzept mit guten Ergebnissen und soll auch für weitere Jahrgänge erhalten bleiben. Gerade im Jahr 2012 sind im angrenzenden Kindergarten überdurchschnittlich viele Schulanfänger, die geschlossen die Strucker Grundschule besuchen möchten.
Schließungsgerüchte verunsichern Eltern, die Ihre Kinder vielleicht gerne an dieser Schule anmelden würden.
Die Liste beinhaltet erst einmal eine Reihe von Vorschlägen, die Einsparungen mitsichbringen könnten. Jetzt muss gerechnet werden. Remscheid muss sparen und dort, wo es möglich ist, sollte man es auch tun. Andernfalls müssen wir bald nicht nur auf die Dinge verzichten, die wir liebgewonnen haben, sondern auch auf die, die überlebenswichtig sind…
Zur Podiumsdiskussion an der A-E-S vergangenen Jahres sagte Frau OB klar, sie wollte das Freibad definitiv NICHT schließen.
Das Freibad zu schließen wäre wirklich das falsche Signal. Gerade für viele Einkommensschwache ist das Freibad die einzige Möglichkeit, im Freien die Freizeit zu verbringen. Zum Glück gibt es in der Streichliste ja noch andere Optionen…