02.07.2010

Schweinsteiger hat Recht

Um 10:59 Uhr von Olaf Kupfer in Kupfer am Kap

Bastian Schweinsteiger (l) und Miroslav Klose beim DFB-Training. Foto: dpaSchweinsteigers Frontalangriff hatte die Planung verändert. Auf ins argentinische Lager. 16.15 Uhr freies Training in Pretoria, vor der Haustür, danach Pressekonferenz. Das klingt gut, da winkt eine Geschichte. Das Protokoll: Bin um 16 Uhr da. Wann geht es los? Ich fühle mich dynamisch. Der argentinische Kollege lächelt mitleidig, sagt: “Vielleicht um 17 Uhr.” Vielleicht!

Der dichte Zaun um das Gelände macht sich lustig über mich. 17.20 Uhr: Einlass. Diego lässt bitten. Es folgt: Zwei-Kilometer-Marsch über das Gelände. 300 Journalisten, eingepfercht vor dem abgesperrten Stück Grün. 17.40 Uhr: Drin! Diego krakeelt ein bisschen, Messi zaubert nicht. 17.45 Uhr: Trainingsschluss. 300 Journalisten hetzen einen weiteren Kilometer zum Pressezelt. Alle Plätze belegt, keine Übersetzung, Internet funktioniert nicht, zwei argentinische Ersatzspieler parlieren auf spanisch. Ab 18.45 Uhr. Ich verstehe: nichts. Ein deutscher Kollege zitiert in einer Drei-Minuten-Frage Schweinsteigers gesammelte Argentinien-Abneigung und fragt (auf spanisch!): „Was halten sie davon?“ Der Spieler sagt in einer Drei-Sekunden-Antwort: „Wir müssen uns um uns kümmern.“ Nächste Frage. Auf spanisch. Ich verstehe: nichts. 19.30 Uhr: Schluss. Kilometerlanger Marsch zurück, 20.15 Uhr zurück im Heim. Aus der Heimat schreiben mir Freunde: „Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag in Südafrika?“ Ich antworte: nicht.


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